22.04.2021

Europäische Kommission lanciert Konsultation zu Microcredentials


Die Europäische Kommission hat am 20. April 2021 eine Konsultation zu Microcredentials - Erweiterung der Lernmöglichkeiten zur Förderung von lebenslangem Lernen und Beschäftigungsfähigkeit - lanciert.

Die Konsultation wird bis 13. Juli 2021 verfügbar sein und wendet sich an Bürgerinnen und Bürgern, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen (auf internationaler, europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene) sowie von Interessenträgern in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Beschäftigung.

Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an einem Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zu Microcredentials für lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit.  Immer mehr Menschen in Europa müssen ihr Wissen, ihre Kompetenzen und Qualifikationen auf den neuesten Stand bringen, um Lücken in ihrer formalen Bildung zu schließen und sich dem Bedarf einer wissens- und entwicklungsbasierten Gesellschaft und einem Arbeitsmarkt im raschen Wandel anzupassen. Im Zuge der Erholung von der COVID-19-Krise sowie des grünen und des digitalen Wandels werden sich die Menschen weiterbilden oder umschulen, vorhandene Kompetenzen pflegen und neue Kompetenzen erwerben müssen, die es ihnen ermöglichen, an der Gesellschaft teilzuhaben, und die ihre persönliche, soziale und berufliche Entwicklung unterstützen.

In ganz Europa entstehen immer mehr Kurzlehrgänge und kurze Lernerfahrungen, die von einem breiten Spektrum öffentlicher und privater Akteure entwickelt werden, um auf die Nachfrage nach flexibleren Formen der allgemeinen und beruflichen Bildung zu reagieren, die die Lernenden in den Mittelpunkt stellen.

Damit werden auch die Zertifikate, mit denen die Ergebnisse dieser kurzen Lernerfahrungen bescheinigt werden - sogenannte "Microcredentials"-, immer wichtiger und das Interesse an ihnen nimmt zu. Microcredentials ermöglichen den gezielten Erwerb von Fertigkeiten und Kompetenzen entsprechend den Bedürfnissen einer Gesellschaft und eines Arbeitsmarkts im raschen Wandel.

Dabei ersetzen sie nicht die herkömmlichen Qualifikationen. Aufgrund mangelnder Qualitäts- und Transparenzstandards ist der Wert von Microcredentials allerdings nicht immer klar. Ziel dieser Initiative ist es, eine gemeinsame Definition und gemeinsame europäische Standards für die Qualität, Transparenz, grenzüberschreitende Vergleichbarkeit, Anerkennung und Übertragbarkeit für alle Stellen zu entwickeln, die entsprechende Zertifikate ausstellen, wobei möglichst auf bestehenden Instrumenten aufgebaut werden soll.

Flexiblere und stärker auf Modulen aufbauende Lernpfade sowie eine breitere Nutzung von Microcredentials werden der sozialen, wirtschaftlichen und pädagogischen Innovation in vieler Hinsicht (Beschäftigungsfähigkeit, persönliche Entwicklung, Aktivität im Alter in einer digitalen Welt usw.) dienen. Dies wird zu inklusiveren Bildungssystemen und reibungsloseren Übergängen auf dem Arbeitsmarkt beitragen.

 

Microcredentials können über die Europass Digital Credentials Infrastruktur angelegt und ausgestellt werden. Die Empfängerinnen und Empfänger der jeweiligen Microcredentials können diese in ihrem Europass-Profil speichern und mit potenziellen Arbeitgebern teilen.

 

Link zur Konsulation und näheren Informationen